|
|
Calmstreet
Die beiden Schweizer
DJ Massivan und Jens Andersson verbindet nicht nur ihre Freundschaft
und gemeinsame Passion zur elektronischen Musik sondern auch der
Umstand, daß sie im selben Spital in Zürich geboren wurden. Und selbst da war der Weg der beiden in Richtung Musikgeschäft genseitig schon so gut wie vorprogrammiert: Massivans Vater war viele Jahre lang erster Geiger im Zürcher Opernhaus während
Jens` Mutter ebenfalls klassisch ausgebildete Musikerin ist. |
|
Dort
trennten sich die Wege der beiden - doch nur für wenige Jahre. Massivan wollte ursprünglich seiner Schlagzeug-Leidenschaft nachkommen und begann deswegen am Wiener Konservatorium eine entsprechende Ausbildung. Leider diagnostizierte man ihm eine akute Artrose im Knie so dass er seine Studien vorzeitig abbrechen mußte. Er wußte zwar schon immer, daß er Musiker werde möchte "koste es was es wolle" doch dieses Attest war ein harter Schlag für ihn und er kehrte wieder in die Schweiz zurück. In Zürich entschloß er sich, einfach das beste aus seiner Situation zu machen und begann eine Ausbildung zum Tontechniker, was sich als echter Glücksfall herausstellen sollte. Jens hatte zwei Jahre zuvor in München die gleiche Ausbildung absolviert. Obwohl ihm danach sofort eine Stelle als Supervisor angeboten wurde, zog es ihn in die Schweiz zurück. Dort arbeitete er unter anderem für
Andreas Vollenweider. |
|
|
|
Später bekam er an der School of Audio Engineering Zürich einen guten Job als Dozent - und das zur selben Zeit, als Massivan dort seine Ausbildung machte. Jens erkannte in seinem Schüler Massivan seinen musikalischen Partner, die Chemie stimmte einfach sofort zwischen den beiden. Damit war das Projekt Calmstreet und das gleichnamige Label geboren. Mit ihren produktionstechnischen Skills stand das ganze Projekt von Anfang an auf absolut soliden Beinen. Dazu gesellte sich noch ein breites Spektrum an Instrumentenkenntnissen. Unter den Händen von Jens und Massivan erklang bereits so ziemlich alles, mit dem man Töne erzeugen kann. Der interessante Mix von Calmstreet bindet diese Fähigkeiten
perfekt in den elektronischen Kontext mit ein. Die Schweizer leben
und arbeiten unter demselben Dach. |
 |
Zu
Beginn logierten sie noch zu dritt in einer kleinen 3 Zimmer-wohnung.
Das Studio war in Massivan´s Schlafzimmer unter-gebracht, was den Produktionsablauf doch erheblich erschwerte. Nach dem Umzug in eine größere 3.5-Zimmer Wohnung mitten im Kreis 4, dem pulsierenden Herzen Zürichs, fühlen sich die beiden Stadtkinder Jens und Massivan jetzt pudelwohl. Vom Heimstudio bis hin zum renommierten Produzenten ist es allerdings gerade auch in der kleinen Schweiz ein langer und steiniger Weg. Auch wenn die beiden nahezu ein Leben lang in Zürich verbracht hatten, war es außerordentlich schwierig, in das Geschäft mit der elektronischen Musik einzusteigen. Massivan begann als DJ in verschiedenen Klubs aufzulegen und Calmstreet lernten den Zürcher
Kult-DJ Michael K. kennen. |
|
Er
führte sie in die Schweizer Szene ein und war auch einer der ersten, der ihr Vinyl im legendären Labyrinth-Klub auflegte. Mit ihm funktionierte die Zusammenarbeit hervorragend und man beschloß zu dritt ein weiteres Label namens Modest Records zu gründen. |
|
|
Massivan,
Michael und Jens standen gemeinsam dem Projekt ´Josef´s Ruhe´ Pate, mit dem sie einen echten Volltreffer landeten.Als später noch DJ Gogo einen Remix der 12Inch "Zürihorn" kreierte, war die Platte schnell auf Platz 2 der "Imported Progressive House Sales Charts" in
UK.
Aber auch in menschlicher
Hinsicht hatten die beiden einen schwierigen Weg zu beschreiten.
Der Tod der Sängerin Angela Compagnino, die auf dem emotionsgeladenen Albumtrack "My Name" zu hören ist, war für beide eine schmerzhafte Erfahrung, die sich auch in den gelegentlich melancholischen Vibes ihrer Musik niederschlägt. Doch gerade durch solche Schicksalsschläge werden Künstler
reifer, ihre Werke tiefer und ehrlicher.
|
Nach
den Anfängen ging es für die beiden Jungs von Calmstreet stetig bergauf. Ihre Platten finden den Weg aufgrund ihres breiten, englisch-angehauchten Style-Repertoires von Downbeat-Chillout bis Progressive-House in viele DJ-Cases. Und Massivan ist mittlerweile selbst Resident-DJ im Labyrinth, doch selbst diese profitable Arbeit schränkt er für Calmstreet in letzter Zeit stark ein wie das echte Vollblutmusiker für
ihre Leidenschaft eben tun.
Trotz des Erfolgs haben
die beiden noch ihre Visionen: ein mobiles Tonstudio, mit dem man
in der Welt herumreisen könnte, um dann ein Live-Set in jedem größeren
Hafen zu spielen.
|
|
Mit
Third Wave bietet sich jetzt nach dreijähriger harter Arbeit ein ausge-wachsenes und reifes Album an, das sich wohltuend in die Gehörgänge schleicht. Bei der spannenden Ambivalenz aus warmen Flächen und zum poppen gebrachter Elektronik kann der Hörer seine Gedanken driften lassen und entdeckt schon vom ersten Track an sein sonniges Gemüt wieder. Hier verschmelzen Kontrabass, Synthesizer, Violine und Sampler zu einem runden und stets organischen Klangteppich. Die Radiosingle Finally begeistert mit diffizilen Synthesizer-Filtern und pathetischen Voice-Samples. Die atmosphärischen und flächigen Sounds streichen cool wie der Herbstwind über das Trommelfell, bekommen aber die letzten wärmenden Sonnenstrahlen von den souligen Vocals des Sängers
Olson. |
|
|