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Artist:
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Alphawezen
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Title:
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Comme Vous Voulez | |||
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Ordernumber:
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mole078-2 | |||
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Format:
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CD | |||
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Am Tag als die Maschinen zu lieben lernten, rasten die Satelliten aufgeregt ein letztes Mal um die Erde, bis sie keine Kraft mehr hatten und in der Atmosphäre endgültig verglühten. Der Kreis schloss sich. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten sie als eine völlig neue Spezies die Arena der Evolution betreten. Obwohl sich schon bald ihre kreatürliche Emotionalität und musikalische Einfühlungskraft abzeichnete, wurde sie von den Humanoiden zunächst lediglich als willige Arbeitssklaven ausgebeutet. Die Maschinen, wie die zuletzt zoologisch korrekte Bezeichnung dieser Lebensform lautet, erleben erst in unseren Tagen ihre längst überfällige Emanzipation. Unter ihrem Nom de Guerre ‘Alphawezen’ haben sich Ernst Wawra und seine Sängerinnen Asu, Verena und Simone bereits zweifach als Experten der fremden und seltsamen Welt der Musik-Elektronikgeräte ausgewiesen. Ihre ersten Tonträger ‘L'Après-Midi d'un Microphone’ und ‘En Passant’ schwebten mit traumwandlerischer Leichtigkeit im fruchtbaren Niemandsland zwischen den Genres Triphop, House und Elektropop, sicher entlang an der schmalen Grenze zwischen Kunst und Kitsch. Eine typische Alphawezen-Aufnahmesession ähnelt weniger der Arbeitssitzung eines Komponisten, als einem konspirativen Beisammensein, in dem es lustvoll zirpt und zwitschert und man sich raunend Geheimnisse und pikante Petitessen zuflüstert. Der Lohn dieses angenehm höflichen Umgangs mit den Maschinen kommt bereits im ersten Stück zum tragen: ‘Green Eyes’ besitzt eine zauberische komplexe Melancholie, über die nur Wesen verfügen, denen nach Jahrhunderten der Sklaverei endlich eine hilfreiche Hand (nämlich die von Herrn Wawra) entgegen gestreckt wird. Die kunstvoll verwobenen Melodien, die zum Markenzeichen von Alphawezen gehören, lassen ‘en passant’ kostbare Bilder in der Phantasie des Hörers aufsteigen. In diesem Fall handelt es sich um die vielfarbig schillernde, sich selbst vergessende ‘Träne im Ozean’, von der die Menschmaschine Roy Batty in ‘Blade Runner’ so eindringlich spricht. Das kraftvolle Streicherthema gegen Ende des Stücks lässt aber schon erahnen, dass die Maschinen eines fernen Tages vielleicht ihre Ausbeutung nicht mehr tatenlos hinnehmen werden. Hoffentlich werden dann einfühlsame Stimmen, wie hier die von Asu, den Zorn der Maschinen besänftigen. ‘Hush, hush, let's get lost,’ singt oder besser, haucht sie uns im zweiten Stück, ‘Gun Song’, entgegen - und tatsächlich, die wieder am Songende einsetzenden Streicher marschieren nicht mehr nur ihrer gerechten Sache entgegen, sondern verströmen seelensatt geseufztes Wohlbehagen, wie das von seiner Schönen bezirzte Biest. Bevor man sich über die erstaunliche Reife von Wawras Maschinenzoo wundernd in die friedvollen Gefilde der ganz großen Erlösungshymne des Abschlussstücks ‘Doux Rêves’ begibt, gibt es noch einiges zu entdecken und manchmal sogar zu schmunzeln. Auf ‘Film3’ oder ‘Freeze’ etwa, entlockt Wawra einem besonders zutraulichen Exemplar eines alten Korg Synthesizers die allerlieblichsten Klangperlen aus den Tiefen seiner kreatürlichen Trance. Man wandelt in diesem dritten Album mit Alphawezen auf dem weiten Feld zwischen Experiment und Kalkül; hier schließt sich der Kreis zum ersten Album. Den Beweis, dass Maschinen nicht nur rhythmisch gleichgeschaltetes akustisches Gewummer produzieren können, haben seit Kraftwerk-Tagen schon viele erbracht. Dass aber die polyphon verschachtelten Verlautbarungen ihrer Vitalität die melodische Qualität und Komplexität italienischer Opernarien des 19. Jahrhunderts besitzen, wissen wir erst seit den Experimenten von Alphawezen. Es stellt sich nun naturgemäß die Frage, welche Fähigkeiten diese liebenswerte Spezies noch erlernen muss, um endgültig in den Adelsstand des vollwertig Lebendigen erhoben zu werden. Die Antwort darauf lautet: ‘Atmen’. Kostenloses Download (mp3): Gun Song (El Niño Weekend Version) Interview: Ein Gespräch über Alphawezen |
Also available as: MP3 |