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Artist:
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Naomi
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Title:
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The Big Shapes | |||
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Ordernumber:
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mole096-2 | |||
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Date:
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2010-07-01 | |||
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Format:
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CD | |||
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Das britische Starproduzenten-Team Xenomania (Pet Shop Boys, Sugababes) bat Naomi kürzlich um ein Sample (und bekam es auch); der drei Jahre alte Naomi-Track „Needle On The Record“ ist ein konstanter Seller im US-iTunes Store; auf ihren Myspace- und Facebook-Seiten finden sich Liebeserklärungen von Fans aus Russland, Mexico, Texas oder Taiwan - nur in Deutschland blieben Naomi bisher notorisch Geheimtipp (wenngleich Kritikerlieblinge, über die sich die Autoren von SZ oder FAZ bis Intro und jetzt.de oder Rolling Stone in ihrem regelmäßigen Lobpreis einig waren). Diesen Geheimtipp-Status könnten Naomi mit dem neuen, fünften Album The Big Shapes nachhaltig überwinden. Ideenfülle, Songwriting, Pop-Attitüde - alles ist größer, knalliger, schärfer geworden im Naomi-Universum. Bernd Lechler und Nico Tobias sind anfallweise immer noch unheilbar melancholisch, aber diesmal kommt selbst der Weltschmerz in Refrains verpackt, bei denen man „Heilige Kylie!“ rufen möchte. Und in einen Sound, der klingt wie… niemand sonst zur Zeit. Wuchtig programmierte Backbeats tragen punktgenaue Schrammelgitarrenriffs, surrende Synthies zersägen sanfte E-Piano-Linien, das Berliner Duo greift mit vollen Händen in den Pop-Baukasten der letzten vier Jahrzehnte. „Fujiyama“ ist ein Elektroblues mit elegischer Melodica und symphonischem Finale, „Candyfloss“ ein träge stampfendes Funkpop-Monster, und was nach einem langen Sphären-Intro in „Hello Fever“ alles passiert, verträgt fast das Etikett Progrock. Hier sichert sich jemand nicht ab. Naomi provozieren programmatisch die Coolness-Polizei, pfeifen auf die korrekte Cleverness vergleichbarer Indietroniker und tragen leise lächelnd dick auf. Auf The Big Shapes wird die verbotene Seite der 80er beliehen (die Phil-Collins-Drums von „Morning Belle“), verstecken sich halbironische Zitate wie die Scorpions-Gedächtnis-Gitarren in „Dragon Tree“, wird sich hier vor Kraftwerk, da vor Chic, dort vor den psychedelischen Beatles verneigt. Und wie jeder große Spaß ist auch dieser von großem Ernst getragen: „First Things First“ scheint munter pfeifend den desillusionierten Zwangspragmatismus der Nuller Jahre zu kommentieren; „Hello Fever“ klingt wie ein Fiebertraum zur Finanzkrise, „Sleep“ erinnert halb hämisch, halb versöhnlich daran, dass nur, wer nichts macht, keine Fehler macht; hinter dem stoisch groovenden Psychedelik-Pop von „Don‘t Die Again OK“ steckt ein Kindheits-Nachtmahr, und der Vocoder-getragene Schlusssong „I‘ll Be The Past“, vielleicht der anrührendste des Albums, ist eine ergebene, ganz offensichtlich autobiografisch inspirierte Meditation über Vergänglichkeit, fast ein Gebet. Mit so einem Lied ein Album zu beenden, zeigt einen doch eher unrockigen Mut zur Demut und stellt gleichsam rückwirkend alles Knallige dieser popmusikalischen Sterndreiviertelstunde in ein anderes Licht. „Wundersam“ schrieb der Rolling Stone schon über Naomis letztes reguläres Album Aquarium. Das gilt nach wie vor. Nur in lauter. Naomi spricht über das Album: The Big Shapes |
Also available as: MP3 |